Geschichte des Verbandes

Geschichte der Heizkostenabrechnung und des Verbandes:

Lange bevor das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die eigentliche Grundlage für die heute in allen Bereichen anerkannte Heizkostenverordnung geschaffen wurde, war die verbrauchsabhängige Heizkostenverteilung und –abrechnung durch unternehmerische Initiative, Ideenreichtum und qualifizierte Arbeit bereits erfolgreich eingeführt.

Die heutigen Mitgliedsunternehmen der Arbeitsgemeinschaft Heiz- und Wasserkostenverteilung e.V. hatten früh erkannt, daß dieses Instrument Mietern und Wohnungseigentümern einen größeren Anreiz bietet, mit Heizwärme und Warmwasser sparsamer umzugehen, als dies bei einer reinen Pauschalabrechnung der Fall ist. Denn wer fühlt sich schon zum Energiesparen veranlasst, wenn er – wie bei einer pauschalen Heizkostenverteilung – für den Verbrauch des weniger energiebewussten Nachbarn mitzahlen soll?

Dies hatte auch die Bundesregierung erkannt und mit dem am 22. Juli 1976 erlassenen Energieeinsparungsgesetz (EnEG) den Grundstein für die Heizkostenverordnung gelegt. Sie trat bereits rd. 5 Jahre später, am 23. Februar 1981 in Kraft.

Die erste Novelle folgte am 5. April 1984, in der u.a. die bis dahin bestehenden unterschiedlichen Regelungen bei preisgebundenem und nicht preisgebundenem Wohnraum harmonisiert wurden. Die Anforderungen an die Erfassungsgeräte wurden generell auf die “Regeln der Technik” abgestellt.

Die zweite Novelle vom 20. Januar 1989 brachte u.a. zusätzliche Verbesserungen hinsichtlich der grundsätzlichen Gleichbehandlung aller Arten der Wärmelieferung und Regelungen für die Kostenverteilung bei Nutzerwechsel.

Man kann sagen, dass mit der heute geltenden Fassung der Verordnung allen Beteiligten, d.h. der Bundesregierung, dem Verbraucher und nicht zuletzt den in diesem Bereich tätigen Dienstleistungsunternehmen ein ausgewogenes Instrument zur Verfügung steht, dessen rechtliche Grundlagen gegenüber 1981 deutlich verbessert werden konnten und so zu mehr Rechtssicherheit geführt haben. Inzwischen lässt sich einhellig feststellen – und die bisherigen Einsparerfolge bestätigen dies -, dass die Verordnung ihre energiepolitischen Ziele erreicht hat und die Mehrzahl der Nutzer nimmt heute die verbrauchsorientierte Heizkostenabrechnung nicht nur hin, sondern fordert sie als Regelabrechnung. Denn nach Untersuchungen, die Fachleute aus der Praxis wiederholt bestätigt haben, führt die verbrauchsabhängige Abrechnung der Kosten für Heiz- und Warmwasser im Mittel zu Energieminderverbräuchen von 15%.

Die sparsame und rationelle Energieverwendung – heute spricht man zunehmend von der Steigerung der Energieeffizienz – gewinnt angesichts der akuten CO2–Problematik weiter und zunehmend an Bedeutung, da sie einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und insbesondere zur Schonung der natürlichen Ressourcen leistet. Hier kann die Bundesrepublik Deutschland, die sich im Jahr 1992 auf der Umweltkonferenz in Rio zum Vorreiter und Wegbereiter in Sachen Umwelt- und Klimaschutz erklärt hat, auf ein breit gefächertes Instrumentarium eingeführter Verordnungen abstützen.

Allein mit der auf das Energieeinsparrecht gründenden Wärmeschutzverordnung und Heizungsanlagen-Verordnung, seit 2002 in der Energieeinsparverordnung (EnEV) zusammengeführt, und nicht zuletzt mit der bewährten Heizkostenverordnung kann im Einklang mit den immissionsschutzrechtlichen Verordnungen ein großes Potential zur Eindämmung des anthropogenen Treibhauseffektes erschlossen werden.

Am 14. Oktober 1976 wurde in Frankfurt am Main zunächst die Gütegemeinschaft Heizkostenverteilung gegründet, die sich insbesondere die Qualitätsförderung und den Verbraucherschutz zum Ziel gesetzt hatte. Einige Jahre später, am 30. Juni 1980 wurde der Gütegemeinschaft vom Deutschen Patentamt in München das RAL-Gütezeichen Heizkostenverteilung verliehen.

Bereits eineinhalb Jahre nach Gründung der Gütegemeinschaft, am 30. Mai 1978, konstituierte sich in Stuttgart die heutige Arbeitsgemeinschaft Heiz- und Wasserkostenverteilung e.V, mit dem Vereinsziel, die Zusammenarbeit mit Behörden, wirtschaftlichen und sonstigen Einrichtungen zu pflegen sowie bei der Vorbereitung und Durchführung gesetzlicher Maßnahmen mitzuwirken. Ebenso, die wirtschaftliche und technische Entwicklung zu fördern und bei der Gestaltung von Normen und Richtlinien mitzuarbeiten.

Seit Mai 1986 gibt der Verband eine Fachpublikation mit dem Titel “Die Heizkostenabrechnung” heraus.

“Die Heizkostenabrechnung” erscheint bereits sich im 21. Jahrgang, die Auflage beträgt 8.000 Exemplare. “Die Heizkostenabrechnung” hat sich seit langem ihren festen Platz unter den Fachpublikationen gesichert. Sie behandelt vorrangig juristische Fragen rund um das Thema Heizung, Energieeinsparung und Wasserkostenabrechnung. Technische Beiträge runden das Bild ab.

Unser Periodikum ist mit Berichten, Fakten, Analysen und Urteilen für Hauseigentümer und Mieter gleichermaßen zu einem wichtigen und viel beachteten Forum rund um das Thema geworden. Mehr als 3.000 Exemplare gehen in die neuen Bundesländer, in denen die Heizkostenverordnung seit dem 1. Januar 1991 Gültigkeit hat.

Gleichfalls im Erscheinungsjahr der ersten Ausgabe des Periodikums haben die im Verband zusammengeschlossenen Abrechnungsunternehmen im Bewusstsein ihrer Verantwortung um eine gleichbleibende Qualität ihrer Dienstleistung auf Anregung des Bundesministeriums für Wirtschaft einheitliche “Richtlinien zur Durchführung der verbrauchsabhängigen Heizkostenabrechnung” herausgegeben.

Ein Teil der 1986 beschlossenen Regelungen ist dann auch in die Novelle der Heizkostenverordnung 1989 eingeflossen. Gleichwohl sind in den Neufassungen auch Regelungen vorhanden, die von den verbindlichen “Richtlinien der Arbeitsgemeinschaft” bis zu dem Zeitpunkt nicht umfasst waren. Aus diesem Grunde haben die Mitgliedsunternehmen ihre Regelungen mit Wirkung vom November 1989 entsprechend angepasst und 2002 noch einmal ergänzt, zusammen mit der Fachvereinigung Heizkostenverteiler Wärmekostenabrechnungen e.V.

Die Gründe für diese Maßnahme, die auf freiwilliger Basis erfolgte, liegen auf der Hand. Hierzu ein Zitat aus der Ausgabe 12/1989 des Periodikums “Die Heizkostenabrechnung”:

“Durch keine Vorschrift des Gesetzgebers kann die Vielfalt der in verbindlichen Beschlüssen getroffenen Maßnahmen auch nur annähernd und ebenso verbraucherfreundlich geregelt werden. Dies ergibt sich schon aus der Tatsache, daß Gesetze und Verordnungen nur allgemeine und abstrakte, nicht aber individuelle und konkrete Sachverhalte regeln können”.